Digitale Umrüstung

Hier folgt eine detaillierte Ein- und Umbauanleitung für die Roco n-Wagen von Epoche 3 bis 6. Nachdem sich vom Innenleben betrachtet alle Roco-Modelle gleichen, läßt sich ein standardisierter Einbau anwenden. Lediglich bei den Farbtemperaturen der LED 's mache ich, abhängig von der jeweiligen Epoche, Unterschiede. Ich vermute, kann es aber nicht belegen, daß in der Epoche 3 die Farben der Leuchtstoffröhren insgesamt wärmer waren. Falls jemand über entsprechendes Fachwissen verfügt, gerne Rückmeldung an mich...! Als Modellbahner möchte ich natürlich ein authentisches Abbild auf der Anlage rollen sehen. D.h.: bei meinen Waggons sind auch die Scheißhäusl und die Eingangsbereiche der Wagen beleuchtet. Dem Vorbild entsprechend, sind Eingangsbereiche und Toiletten mit hellerem Licht versehen. Der Lichteinbau ist mit ein paar Stunden Aufwand je Wagen verbunden, aber dafür allemal lohnenswert!

Digitale Beleuchtung Roco n-Wagen

 

Epoche III bis VI

Auf Deocder und stromführende Kupplungen habe ich bisher in den Waggons verzichtet. So kann ich mir Kombinationsmöglichkeiten in der Zugzusammenstellung offen halten. Für alle Wagen ist es wichtig: Räder Polieren für bessere Stromaufnahme! Dies läßt sich am besten mit einer Silikonpolierscheibe von PROXXON oder einem anderen Hersteller in Handarbeit machen.

Roco n-Wagen aussenansicht Bild 1: Roco n-Wagen als klassischer Silberling in Epoche IV

Der Wagenkasten lässt sich am besten von den Einstiegstüren her lösen. Hierfür empfiehlt sich ein weicheres Werkzeug, z.B.: ein Schaschlickspieß aus Holz oder ein Kunststoffwerkzeug, wie für das Öffnen von Smartphones. So läuft man auf jeden Fall nicht so sehr Gefahr beim versehentlichen Abrutschen die Oberfläche des Waggons zu verkratzen.
Das Werkzeug bei den Türen behutsam unter den Wagenkasten stecken und leicht nach oben hebeln. Am besten zu den Wagenenden das Gehäuse aus den Rasternasen heraushebeln. Am Wagenende des Fahrgestellbodens ist mittig eine weitere Rasternase angebracht.

Smartphine Werkzeug Bild 2: Werkzeug für Smartphones

Rasternasen Wagenende Bild 3: Rasternasen am Wagenende

Das Innenleben mit der Waggoneinrichtung ist über den ganzen Wagenkasten an verschiedenen Stellen mit dem Boden verklipst. Auch hier befinden sich noch einmal am jeweiligen Wagenende mittig Klips, die gelöst werden müssen.

Rasternasen Wagenende Inneneinrichtung Bild 4: Rasternasen Wagenende an der Inneneinrichtung

Rasternasen Inneneinrichtung Bild 5: Rasternasen an der Inneneinrichtung von unten

Nach dem Öffnen des Gehäuses kann es endlich an die Beleuchtungsarbeiten gehen. Dach und Wagenkasten bestehen aus einem Bauteil. Somit habe ich mich dazu entschieden, für die Sitzabteile und Einstiegsbereiche selbstklebende LED 's zu verwenden. Diese lassen sich in beliebig viele Einheiten zerteilen. Die LED 's vor dem Einkleben an den Lötpunkten Verzinnen. So lassen sich die ebenfalls vorher mit Lötzinn benetzten Drähte gut anlöten, wenn die Leuchten schon eingeklebt sind. Die Polaritäten sind mit kleinen Aufdrucken vermerkt. Also darauf achten, dass die Minus- und Pluspole jeweils auf der selben Seite liegen, das Verbinden/ Verkabeln leichter! Die gewählten Abstände zwischen den Leuchtdioden reichen gut aus, um das Wageninnere ansprechend auszuleuchten. Die markierten LED 's in Einstiegsbereichen werden später anders verkabelt (siehe weiter unten).

eingeklebte LED's am Dach Bild 6: eingeklebte LED 's am Dach

Als nächstes werden die Leuchtelemente untereinander verdrahtet. Es macht auf jeden Fall Sinn, für die jeweilige Polarität eine entsprechende Farbe des Kabels zu wählen.
Die Minuspole aller LED 's werden untereinander so verbunden, dass ein durchgehender Massekontakt gegeben ist. Ähnlich geschieht dies für den Pluspol: die LED's im Fahrgastraum werden ebenfalls untereinander verdrahtet, allerdings ohne die Einstiegsbereiche. Diese werden separat miteinander verlötet, weil diese später in hellerem Licht erstrahlen werden.

veränderte Verkabelung Einstiege Bild 7: veränderte Verkabelung im Einstiegsbereich

Damit später das Licht nicht in die unbeleuchteten Schlussleuchten des Wagen hineinleuchtet, habe ich die betreffenden Teile des Fensterelements beidseitig mit einem wasserfesten Filzstift geschwärzt. Die Fensterteile lassen sich ohne größere Probleme herauslösen und anschließend wieder einsetzen.

Fensterelement ungeschwärzt Bild 8: ungeschwärztes Fensterelement

Fensterlement Vorderseite Bild 8: Vorderseite geschwärzt

Fensterlement Rückseite Bild 9: Rückseite geschwärzt


Beleuchtung WC und Wagenübergang


Nachdem die Kontakte zu den Drehgestellen die Hitze vom Lötoklben relativ schnell an den Wagenboden abgeben, habe ich mir unter der Inneneinrichtung zwei kleine Verteiler gebaut. Jeweils auf der ein und der anderen Seite. Bei meinen Bastelstunden kam es immer mal wieder vor, dass ich die Verkabelung wieder trennen mußte. Auf die Weise möchte ich verhindern, durch zu häufiges Löten an der selben Stelle, Löcher in den Boden zu brennen. Ein Platinenstück ist dicker als das bisserl Kunststoff...

Wie es sich für ein richtiges "Scheißhäusl" gehört haben meine WCs ein Loch ;-) (aber für die Kabel, die dort hindurch müssen). D.h.: mit einem kleinen Bohrer durch das WC bohren (keine allzu schnelle Drehzahl wählen, weil sonst der Kunststoff zu heiß wird und schmilzt).

Roco n-Wagen WC von unten Bild 10: WC von der Unterseite

Für die Beleuchtung habe ich in die Seitenwand zum Gang eine kleine Wölbung gefeilt, damit dort später Platz für den Leiterdraht der LED ist. Die selbstgebaute Decke läßt sich sonst nicht so gut festkleben, wenn sie nicht einigermaßen plan aufliegt.

n-Wagen WC seitlich Bild 11: WC seitlich

Für die Decke im Übergangsbereich des n-Wagens habe ich ein kleines und dünnes Pappestück (am besten eigenen sich Verpackungsreste von Zahnpastaverpackungen oder Keksen, weil dünn und stabil) hergenommen. Die Pappestücke auf ein passendes Maß zurechtschneiden, so dass sie noch gut unter das Dach passen wenn das Gehäuse wieder aufliegt. Die LED 's werden in Reihe verschalten und anschließend auf die Innendecke geklebt. Die Drahtenden schauen erst einmal über die Pappe heraus, weil später noch die Drähte angelötet werden müssen.

LEDs Übergang und WC Bild 12: Pappdecke Wagenübergang und WC

Auf der einen Seite habe ich die LED 's über die Kloschüssel nach oben verdrahtet (siehe Bild 13). Der 2,2kΩ Widerstand wurde an den überstehenden Draht der LED angelötet und anschließend passgenau umgebogen. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde der Minuspol mit dem LED-Draht verbunden.

Übergang mit Decke und Verkabelung Bild 13: Verkabelung auf der einen Seite des Wagens

Frontsicht Verkabelung WC Bild 14: Frontsicht Verkabelung WC

Der zweite Wagenübergang ist genauso überdacht und verkabelt wie im ersten. Auch hier habe ich wieder einen 2,2kΩ Widerstand für die Beleuchtungsstärke gewählt. Für die Beleuchtung der Wagenabteile ist ein 4,7kΩ Widerstand von mir verwendet worden. Für die beiden anderen Zustiegsbereiche kommt ein 10kΩ Widerstand zum Einsatz. So sind Einstiege und Übergänge in etwa der gleichen Lichtstärke.

Verkabelung WC andere Seite Bild 15: Verkabelung im zweiten WC

In den beiden WC 's ist es natürlich relativ eng. Vor allem geht es jetzt auch darum, die Platinen und Kabel so gut wie möglich zu verstecken, weil Licht erzeugt Schatten ;-) Am besten die Platinen von hinten flach feilen, so lassen sie sich besser in die vorhandenen Zwischenräume stecken. Bisher habe ich auf den Einsatz SMD-Widerständen verzichtet, werde ich aber sicher in manchen Waggons ausprobieren.

Ich werde die Beleuchtung der Roco n-Wagen sicherlich weiter überarbeiten. Es fehlt z.B. noch die flackerfreie Beleuchtung mittels Kondensatoren. Und..., vielleicht kommen mir noch andere kreative Ideen zur Beleuchtung der n-Wagen. Ich wünsche nun viel Spaß beim Nachbauen und Ausprobieren!